Die «Goût Mieux»-Richtlinien

Philosophie und Vertrauen sind wichtig, eine Kontrolle im Interesse der Glaubwürdigkeit aber unerlässlich. Kontrollierbar ist, was klar definiert ist.

Lesen Sie daher als erstes aufmerksam die «Goût Mieux»-Richtlinien, denn deren Erfüllung und Einhaltung bilden die Basis der Auszeichnung.

Welche Produkte zu den «Goût Mieux»-Produkten zählen, das finden Sie ausführlich in den Richtlinien oder hier in einem kurzen Überblick.

Damit Ihnen die Umsetzung der Richtlinien leicht fällt, halten wir ergänzende Informationen und hilfreiche Tipps bereit.

 

 

Wissenswertes zu den Richtlinien:

  • Wozu braucht es Richtlinien? Open or Close

    Die «Goût Mieux»-Richtlinien halten im Detail fest, wie der Stiftungszweck (die Förderung von natur- und tiergerechten sowie fair gehandelten Produkten in der Gastronomie) im Alltag durch die Gastrobetriebe erfüllt und umgesetzt wird. – Auf die korrekte Einhaltung der Richtlinien muss sich jeder Betrieb regelmässig kontrollieren lassen. Nur die bestandene Kontrolle berechtigt den Gastro-Betrieb, die Auszeichnung «Goût Mieux» zu tragen. Das heisst: Die «Goût Mieux»-Richtlinien

    • definieren, was ein Gastro-Betrieb tun muss (oder ggf. nicht darf)
    • stellen sicher, dass der Wille des Stifters und der in der Stiftungsurkunde festgehaltene Stiftungszweck erfüllt werden
    • bilden die Basis für die Kontrollierbarkeit bzw. den Kontrollauftrag
  • Wer ist für die Richtlinien verantwortlich? Open or Close

    Für den Erlass oder Änderungen der Richtlinien ist der «Goût Mieux»-Stiftungsrat zuständig. Dieser trifft sich mehrmals pro Jahr und prüft u.a., ob die aktuellen Richtlinien noch zeitgemäss sind oder ob Anpassungen aufgrund neuer Erkenntnisse notwendig sind. - Dabei dürfen Anpassungen/Veränderungen natürlich den ursprünglich festgelegten Stiftungszweck nicht verändern, sondern sie sollen es ermöglichen, diesen gemäss aktuellen Gegebenheiten bestmöglich zu erfüllen.

    2013 wurde die letzte grosse Richtlinien-Revision durchgeführt. Wie bereits bei den früheren Revisionen waren in diesen Prozess alle betroffenen Kreise aktiv involviert. An der Erarbeitung der aktuell geltenden Richtlinien beteiligt waren Vertreter/-innen von:

    • WWF Schweiz (nicht nur, weil WWF Schweiz die Stiftung gegründet hat, sondern vor allem auch weil dort eine sehr hohe Kompetenz bezüglich der Labelbewertung im Blick auf Nachhaltigkeit/Lebensmittel vorhanden ist)
    • bio.inspecta AG (um eine umfassende und somit glaubwürdige Kontrollierbarkeit in der Praxis sicherzustellen)
    • Bio-Suisse-Produzenten
    • Demeter-Verband
    • «Goût Mieux»-Betriebe
    • sowie Kenner der Gastronomie
  • Wie wurde die Auswahl der Produkte getroffen? Open or Close

    In der Stiftungsurkunde steht u.a. "Die Stiftung bezweckt die Förderung von natur- und tiergerechten sowie fair gehandelten Produkten in der Gastronomie. Zu diesem Zweck hält die Stiftung die verbindlichen Anforderungen an die Gastronomieanbieter fest, welche vermehrt umwelt- und tiergerechte, insbesondere biologische und fair gehandelte Produkte anbieten möchten." - Die Auswahl der Produkte basiert somit auf dem Stiftungszweck unter Berücksichtigung verschiedener ökologischer und ethischer Kriterien.

    Ohne Einschränkung erlaubt (und erwünscht) sind alle kontrollierten/zertifizierten Bio-Produkte. Sie bilden sozusagen die Basis, weil Bio-Produkte höchsten Anforderungen an Nachhaltigkeit und Tierwohl gerecht werden.

    Regio-Produkte sind mit Einschränkungen erlaubt, denn die Definition von Regionalität ist sehr subjektiv, und ein Regio-Produkt ist nicht per se auch nachhaltig. «Goût Mieux» erlaubt saisonale Früchte, Gemüse und Kräuter, sofern der Produzent nicht mehr als 30 km vom Gastrobetrieb entfernt oder im selben Kanton liegt.

    Auch erlaubt sind gesammelte Pilze, Waldfrüchte oder Kräuter, im Weiteren Produkte aus dem betriebseigenen Garten oder Produkte aus Alpwirtschaft, aber auch ProSpecieRara-Produkte. Diese Produkte sind zugelassen, weil sie als nachhaltig eingestuft werden können, da eine extensive Nutzung der natürlichen Ressourcen so gut wie ausgeschlossen ist.

    Streng sind die Kriterien bei Frischfleisch und Eiern. Hier ist – nebst Bio – nur eine kleine Anzahl anderer (nachhaltiger) Labels zugelassen, weil die Nachfrage durch Bio-Produkte sehr gut gedeckt werden kann.

    Bei Fisch und Meeresfrüchten sind – nebst bio-zertifizierten Produkten und Wildfangfisch aus der Schweiz - nur geprüfte Labels erlaubt, die u.a. in Bezug auf Überfischung und Beifang grösstmöglichen Schutz der marinen Biosphäre garantieren.

  • Warum müssen stets mindestens 10 Produkte in «Goût Mieux»-Qualität verwendet werden? Open or Close

    Damit der Gast beim Besuch in einem «Goût Mieux»-Betrieb jederzeit - und nicht nur während "Bio-Aktionswochen" - ein ansprechendes Angebot in nachhaltiger Qualität vorfindet, muss jeder Betrieb 10 Produkte definieren, die stets den «Goût Mieux»-Richtlinien entsprechen und immer im Angebot sind.

  • Warum sind Getränke in «Goût Mieux»-Qualität vorgeschrieben? Open or Close

    Auch wenn die in «Goût Mieux»-Qualität angebotenen Getränke nicht für die Berechnung des zu erreichenden «Goût Mieux»-Anteils zählen, sind sie dennoch vorgeschrieben. Wer in einem «Goût Mieux»-Betrieb isst, darf zu Recht erwarten, dass er auch ein begleitendes, nachhaltiges Getränkeangebot findet. – Damit die Betriebe diese Vorgabe nicht einfach mit 8 verschiedenen Weinen erfüllen, muss das Mindestangebot sowohl warme als auch kalte Getränke enthalten, und im Minimum zwei Getränke müssen für Kinder geeignet sein.

  • Warum werden Getränke in «Goût Mieux»-Qualität bei der Bewertung nicht berücksichtigt? Open or Close

    Um die Auszeichnung «Goût Mieux» zu erhalten, muss ein Betrieb mehr als die Hälfte seiner Lebensmittel (exkl. Getränke) gemäss den «Goût Mieux»-Richtlinien verwenden. Um dies zu belegen, muss er regelmässig alle seine Ausgaben für Lebensmittel (exkl. Getränke) deklarieren und gleichzeitig beweisen, dass mehr als die Hälfte dieser Ausgaben auf «Goût Mieux»-Produkte entfallen. Die Getränke werden bei dieser Berechnung ausgeklammert, weil in einem «Goût Mieux»-Betrieb einerseits die Angebote "auf dem Teller" im Zentrum stehen und andererseits verhindert werden soll, dass ein Betrieb mangelndes Engagement "auf dem Teller" durch den Einkauf von ein paar teuren Getränken "wett machen" kann.